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Mosel..., non...la Moselle

19.05.2018 19:30 von Isabelle Pignede

Sprachkuddelmuddel und die magische Zahl 17 an der Mosel...hmmm, non...la Moselle


Zuerst kann man sagen, dass es sich nur wegen der Stadt Metz lohnt, dorthin zu fahren, aber gekoppelt mit einer „Randonnée“ ist es noch schöner, besonders wenn das Wetter wie am 5. Mai mitmacht.

Früher wurde immer Anfang Mai von Nancy nach Metz gerudert (56 km), aber organisatorisch war es sehr aufwendig: die 20 Boote mussten am Vortag nach Metz gebracht werden, bei jeder der fünf Schleusen wartete man auf das letzte Boot, und am Abend brachte man die Ruderer zurück nach Nancy, damit sie ihre Autos abholten.

Dieses Jahr wurde eine neue Strecke „getestet“. Der Verein „Régates messines“ liegt im Zentrum von Metz und vom Hafen gelangt man zur Mosel entweder durch den „Canal de Jouy“, durch einen Altarm oder durch eine direkte Verbindung.

Am morgen lagen schon alle Boote im Kanal und wir mussten nur einsteigen. Nach 8 km erreichten wir die Mosel, dann wurde gegen die Strömung noch ein Paar Kilometer gerudert, dann drehten wir, passierten eine Schleuse und kamen durch den Altarm zum Verein zurück. 33 Kilometer...wir sind noch nicht müde. Nach dem (zum Glück leichten) Mittagessen wurde diesmal Richtung Norden gerudert und die nächste Schleuse passiert. Da wir bei Mittagessen zu lange getrödelt hatten, wurde die Strecke ein wenig verkürzt aber immerhin hatten wir am Ende des Tages 50 Kilometer auf dem Konto...und wir waren immer noch nicht müde (vielleicht weil wir niemals ein Boot tragen mussten, alles wurde von den Vereinsmitgliedern übernommen) aber trotzdem froh, zu duschen und ein schönes, verdientes Abendessen zu genießen. Lächelnd

Die Strecke war schön, die Organisation war lobenswert (die Sicherheitshinweise wurden in perfektes Englisch und Deutsch übersetzt!), die Atmosphäre locker, die Ruderer aus Saarbrücken erzählten Witze in den Schleusen (da sie immer vorne waren, mussten sie auf die Anderen warten Küssend)...

Aber für uns drei war das Besondere die Bootsbesatzung: wir bekamen zwei Ruderer aus Meyzieu (in der Nähe von Lyon) zugeteilt, Pierre et… Katrin, und das lustigste war, dass Katrin... aus Pirna kam. Sie lebt schon seit 30 Jahren in Frankreich und hat dort erst Rudern gelernt. Genau das Gegenteil von uns!

Und so kam es, dass WIR, die drei Franzosen aus Darmstadt, Katrin die Ruderbefehle und Ruderbegriffe in Deutsch beigebracht haben und SIE brachte uns das Rudern „in Französisch“ bei. Und es war nötig, denn als Pierre steuerte und auf einmal brüllte „rien dans l’eau“ (nichts im Wasser), hörten wir sofort zu rudern auf. Pierre brüllte weiter „was macht ihr???!!!“ und erklärte uns, dass „rien dans l’eau“ „ohne Kraft bedeutet“. Ähnliches passierte mit „plumer“ (wörtlich übersetzt „zupfen“, aber „schleifen“ gemeint) oder „dénager“ (unübersetzbar, „streichen“).

Es wurde auch viel diskutiert bei den Wenden... die Franzosen können nur kurze Wende...

Wir haben viel gelacht und auch viel erzählt... deswegen kamen wir als letztes Boot zurück (aber, wohl gemerkt, nicht müde)? Lächelnd

Und warum die magische Zahl 17? Wir haben den Ruderer aus Metz gefragt, wie das „übliche“ Training aussieht. Die Antwort war: „Wir rudern bis zur Schleuse und zurück. Die Strecke beträgt 17 km“. Und in Meyzieu...ratet mal! Ja, genau...17 km J

Vielleicht können wir nächstes Jahr „l‘Appel de la Moselle“, dem „Ruf der Mosel“, mit mehr Darmstädter Beteiligung folgen, es lohnt sich!

Isabelle, Muriel et Max

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