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Europa zu Gast in Bayern

03.08.2018 00:10 von Redakteur

Vom 26. bis 29. Juli 2018 fand in München die Euro Masters Regatta statt. In den Altersklassen A (Mindestalter 27 Jahre) bis M (Mindestdurchschnittsalter 89 Jahre) waren über 140 Rennen ausgeschrieben. Gemeldet hatten rund 2500 Ruderer. „Euro“ darf man hier nicht ganz wörtlich nehmen, es waren auch Teilnehmer aus Ländern wie Hong Kong, Australien oder USA dabei.

Vom RCN reisten Katrin, Conrad und Georg nach München. Der Bootstransport startete am Donnerstagmorgen, bei heißem Sommerwetter und durch die Ferienzeit bedingten vollen Autobahnen. Wir hatten Glück und kamen trotz kleineren Staus gut an die Olympiastrecke von 1972 in Oberschleißheim. Allerdings waren wir bei der Ankunft genauso nassgeschwitzt wie nach einem Rennen. 

Am Abend stand das erste Rennen auf dem Programm: Der Doppelzweier Altersklasse A von Conrad und Georg. Bei 45 gemeldeten Booten wurden 8 Läufe ausgefahren – das ist schon ein Erlebnis, wenn man von den regionalen Regatten ein oder zwei Gegner gewohnt ist. Lauf 4 war schön international besetzt: die Boote kamen aus Broxbourne (Großbritannien), Uster (Schweiz), Bogaziçi (Türkei), Hennigsdorf, Hodonin (Tschechien) und Darmstadt. Im Hennigsdorfer Boot saß Max, mit dem Conrad das Rudern erlernt hat, und der (ohne Absprache) in allen Rennen von Conrad auch gemeldet hatte. Mit leichtem Gegenwind ging es auf die Strecke. Wir kamen gut vom Start weg, und setzten uns relativ schnell zusammen mit den Booten aus Uster und Broxbourne vom Rest des Feldes ab. Auf der ersten Streckenhälfte war es zwischen Uster und Darmstadt knapp, dann konnten wir uns deutlich nach vorne schieben und gewannen das Rennen ungefährdet.

Am Freitagmorgen klingelte der Wecker um 6:00 Uhr, um rechtzeitig durch den Münchner Berufsverkehr zur Regattastrecke zu gelangen. Das erste RCN-Rennen des Tages bestritt Conrad im Einer Altersklasse A. Die Gegner kamen aus Hamburg, Broxbourne, Stein (Österreich), wieder Max aus Hennigsdorf, und Malmö (Schweden). Conrad hatte seine Gegner im Griff und führte klar beim Passieren der 500m-Marke. Als Zuschauer konnte man ihn auf der zweiten Streckenhälfte mit ruhigen, kraftvollen Schlägen dem 1. Platz entgegenrudern sehen, ein Anfeuern war nicht nötig.

Am Nachmittag starteten Conrad und Georg mit Stefan und Torsten vom Jenaer Kanu- und Ruderverein im Doppelvierer Altersklasse B gegen Boote aus Halle, Lorraine (Frankreich), Dresden/Halle, Split (Kroatien) und Magdeburg. Obwohl auch dieses Rennen international besetzt war, gab es bei den deutschen Teilnehmern einen regionalen Schwerpunkt: Spaßeshalber bezeichneten wir das Rennen als mitteldeutsche Meisterschaft. Der Start gelang für die Darmstädter Renngemeinschaft recht gut. Die Boote aus Halle und Frankreich zeigten schnell ihre Klasse und setzten sich an die Spitze des Feldes. Dahinter kämpften die Renngemeinschaften Dresden/Halle und Darmstadt/Jena Kopf an Kopf mit wechselnder Führung um den dritten Platz. Im letzten Viertel konnte Darmstadt/Jena den Vorsprung stabilisieren und kam sicher als drittes Boot ins Ziel. Den ersten Platz belegte Halle knapp vor dem französischen Boot. Dafür, dass die RCN/JKRV-Mannschaft in dieser Zusammensetzung noch nie gemeinsam im Boot saß, ist der 3. Platz ein Ergebnis, mit dem alle sehr zufrieden waren.

Am Samstag gab die Ausschreibung für Conrad und Georg keine attraktiven Rennen her, daher wurde die Gelegenheit genutzt, um Freunde zu treffen und am Rand der Alpen zu wandern. Conrad hätte durch seinen Sieg im Einer die Möglichkeit gehabt, mit den Siegern der anderen Einer-Läufe im gesetzten Rennen um die Munich Masters Trophy zu starten, verzichtete aber zugunsten der Wanderung und ermöglichte damit dem Zweitplatzierten aus seinem Lauf vom Vortag einen Sieg. Katrin konnte leider nicht wie ursprünglich geplant im Doppelvierer starten, da eine Ruderin ihrer Mannschaft ausfiel.

Am Sonntag startete Katrin in Renngemeinschaft mit Frankfurt und Flörsheim im Mixed-Doppelvierer Altersklasse A und belegte den 4. Platz hinter zwei deutschen Renngemeinschaften und einem Boot aus Straßburg. Im Mixed-Doppelvierer Altersklasse C belegte sie mit ihrem Partner aus Flörsheim knapp hinter Frankfurt/Großauheim den 5. Platz, die Plätze 1-3 gingen an Boote aus Tschechien, Barcelona und Düsseldorf. Die restlichen Darmstädter befanden sich zu dieser Zeit schon auf der Heimreise und konnten daher leider nicht anfeuern.

Insgesamt war die Regatta ein schönes Erlebnis, für das sich die weite Anreise gelohnt hat. Die vielen Helfer von Regatta München und die gute Ausstattung der Olympiastrecke sorgten trotz der vielen Teilnehmer für einen reibungslosen Ablauf. Vielleicht schaffen wir es ja, bei der nächsten Auflage mit einer größeren Mannschaft zu starten?

Georg Baum

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